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Umfrage zur Arbeitssicherheit  
26.03.2026

Sicherheitskultur in deutschen Unternehmen nicht immer gut ausgeprägt

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/TÜV
Die drei größten Herausforderungen sind Akzeptanzprobleme bei Sicherheitsregeln, psychische Belastungen und kulturelle Unterschiede. (Foto: Franz26/Pixabay)
Mit knapp 68 Prozent teilt die Mehrheit der Befragten die Auffassung, dass ihr Unternehmen beim Thema Sicherheitskultur bereits gut aufgestellt ist. Dennoch: Ein Drittel ist der Meinung, die Sicherheitskultur in ihren Unternehmen sei nur gering bis mittelgut ausgeprägt. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage, für die im Auftrag von TÜV Rheinland 1.000 Fachkräfte für Arbeitssicherheit in Deutschland online befragt wurden.

Mangelnde Akzeptanz von Sicherheitsregeln (45 Prozent), wachsender psychischer Druck im Arbeitsalltag (44,6 Prozent) sowie kulturelle Unterschiede (29 Prozent) zählen aus Sicht der Fachkräfte zu den größten Herausforderungen. 

Vorbildfunktion der Führung 

Knapp jeder vierte Befragte (24 Prozent) gab zudem an, dass die Führung in ihren Unternehmen kein Vorbildverhalten an den Tag lege. Auch der demografische Wandel (18,4 Prozent) und neue Arbeitsmodelle (16 Prozent) gehören laut der Befragung zu den größten Herausforderungen in deutschen Unternehmen in Bezug auf Arbeitssicherheit.

Sensibilisierung und psychische Belastungen im Mittelpunkt 

Außerdem wurden die Fachkräfte gefragt, welche Themen derzeit für die Arbeitssicherheit besonders relevant sind. Hierbei stehen vor allem die Sensibilisierung von Mitarbeitenden (45,1 Prozent), der Umgang mit psychischen Belastungen (43,4 Prozent) und die Förderung einer Sicherheitskultur (30,6 Prozent) im Mittelpunkt. Deutlich dahinter folgen regulatorische und technologische Aspekte wie neue Vorschriften und gesetzliche Vorgaben (25,7 Prozent), Digitalisierung/KI (16,9 Prozent) sowie fehlende Fachkräfte für Prävention (13,7 Prozent). 

Fokus der Prävention überdenken 

Grund genug, den bisherigen Fokus des Arbeitsschutzes zu überdenken. Dr. Ludwig Brands, Sicherheitsexperte bei TÜV Rheinland: „Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen bei der Arbeitssicherheit nicht nur über Technik und Prozesse sprechen sollten. Entscheidend ist, ob Sicherheitsregeln im Alltag gelebt werden, ob Führungskräfte Orientierung geben und ob psychische Belastungen systematisch angegangen und als Teil der Arbeitssicherheit ernst genommen werden. Die größten Chancen liegen damit weniger in technischen Fragen als vielmehr im Verhalten und im Aufbau einer starken Sicherheitskultur: Eine wesentliche Rolle spielt eine Unternehmenskultur, in der Arbeitssicherheit nicht nur als bloßes Befolgen von Vorschriften verstanden wird, sondern als gelebte Haltung und Selbstverständnis.“ 

Methodik 

Civey hat im Auftrag von TÜV Rheinland vom 05.02. bis 15.02.2026 online 1.000 Fachkräfte für Arbeitssicherheit in Deutschland befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ, unter Berücksichtigung eines statistischen Fehlers von 5,8 bis 5,9 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Die Befragung bezieht sich auf Fachkräfte (Personen).

Über TÜV Rheinland
TÜV Rheinland steht seit über 150 Jahren für Sicherheit. Mit rund 27.000 Mitarbeitenden in über 50 Ländern und einem Umsatz von 2,7 Mrd. € prüft das Unternehmen technische Anlagen und Produkte, begleitet Innovationen und fördert Nachhaltigkeit. Es qualifiziert Menschen, zertifiziert Managementsysteme und sichert Qualität in Bereichen wie Mobilität, Energie, Infrastruktur und neuen Technologien wie grünem Wasserstoff, KI oder autonomem Fahren. Seit 2006 ist TÜV Rheinland Mitglied des UN Global Compact.

Quelle: Pressemitteilung TÜV

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Autor: Dipl.-Ing. Michael Larisch

Programmbereich: Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

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