ARBEITSSCHUTZdigital
  • Kontakt
  • |
  • Impressum
  • |
  • Hilfe
  • |
  • Mediadaten
  • |
  • Suche über alles
Hilfe zur Suche
Login | Registrieren
Sie sind Gast
  • Startseite
    • Nachrichten
    • Kurzporträt
    • Mediadaten
  • Themen
    • Gefährdungsbeurteilung
    • Arbeitsmittel und Anlagen
    • Arbeitsstätten
    • Brand- und Explosionsschutz
    • Chemikalien und Gefahrstoffe
    • Biologische Arbeitsstoffe
    • Gefahrgut und Logistik
    • Produktsicherheit/Medizinprodukte
    • Strahlenschutz
    • Immissionsschutz
  • Arbeitshilfen
    • Aushänge und Checklisten
    • Dokumentationshilfen
    • Formulare
    • Mustervorlagen
    • Betriebsanweisungen
  • Recht & Regeln
    • DGUV Regelwerk
      • Vorschriften
      • Regeln
      • Informationen
      • Grundsätze
    • Alle Vorschriften
      • der letzten 3 Monate
      • der letzten 6 Monate
      • des letzten Quartals
      • des laufenden Jahres
      • des vergangenen Jahres
    • Alle Erläuterungen
    • Mein Rechtskataster
    • Änderungen im Vorschriften- und Regelwerk
  • Medien
    • Newsletter
    • Infodienst
    • Neu auf
    • eJournals
    • eBooks
  • Stellenmarkt
  • Bestellen

Newsletter

Stets auf dem Laufenden   mit dem kostenlosen Newsletter
ARBEITSSCHUTZuptodate!

Social Media

Twitter Facebook

ARBEITSSCHUTZ digital

ist ein Angebot des

Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG
  • Schreiben Sie uns!
  • Seite empfehlen
  • Druckansicht
Im Gespräch mit Argang Ghadiri, Professor für Betriebliches Gesundheitsmanagement an der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft GmbH  
17.08.2026

„Pause ist keine verlorene Zeit“

ESV-Redaktion Betriebssicherheit
Die vermeintlich „verlorene“ Zeit, die in eine Pause investiert wird, wird durch eine höhere Produktivität kompensiert. (Foto: Argang Ghadiri)
Warum insbesondere häufigere kurze Arbeitsunterbrechungen statt langer Pausen vorteilhaft für das Wohlbefinden und damit auch für das Leistungsvermögen sind, hat Professor Dr. Argang Ghadiri erforscht. Der Experte für betriebliches Gesundheitsmanagement berichtet im Interview über digitale und inhaltliche Trends in der betrieblichen Gesundheitsförderung und plädiert für facettenreiche Maßnahmen, die möglichst passgenau für die jeweiligen Mitarbeitenden entwickelt und durchgeführt werden sollten.

Er betont, dass die vermeintlich „verlorene“ Pausenzeit längst durch Erkenntnisse aus Psychologie, Ergonomie oder Ökonomie widerlegt ist. Vielmehr sei ein Mix aus Bewegung, Ernährung und Entspannung ideal für Arbeitspausen im Job und könne für neue Motivation und Frische bei Beschäftigten sorgen.

Herr Professor Ghadiri, worum geht es bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung?

Bei der betrieblichen Gesundheitsförderung geht es einfach gesagt um Maßnahmen, die in Unternehmen angeboten werden, um die Beschäftigten insgesamt gesund und munter zu halten. Ob es sich dabei um einen Yogakurs in der Mittagspause oder ein Meal-Prepping-Seminar handelt, ist abhängig davon, was seitens der Beschäftigten gewünscht und benötigt wird. Dafür sind zum Beispiel Gesundheitsbefragungen eine gute Basis, aber auch andere Datenquellen wie Fehlzeitenreporte oder Gefährdungsbeurteilungen sind geeignet. Werden diese Daten gesammelt und anschließend Maßnahmen evaluiert sowie weitere gesundheitsrelevante Bereiche miteinander verknüpft, ist man dem betrieblichen Gesundheitsmanagement bereits sehr nahe. Es geht also um das Planen, Steuern und Kontrollieren, kurz gesagt: um das Management von Gesundheit im Betrieb.

Stellen Sie aktuelle Trends im betrieblichen Gesundheitsmanagement bzw. in der betrieblichen Gesundheitsförderung fest?

Die Digitalisierung hat im Kontext der betrieblichen Gesundheit zahlreiche Auswirkungen. Viele Maßnahmen werden nun auch digital oder hybrid angeboten, sie sind stärker mit Apps verknüpft. In diesem Zusammenhang sind zunehmend sogenannte Gamification-Ansätze vorzufinden, mit denen auf spielerische Art und Weise für das Thema Gesundheit sensibilisiert wird. Die mentale Gesundheit ist dabei übrigens seit Langem ein zentrales Thema. Außerdem gilt es, immer wieder die Chancen und Grenzen von digitaler Arbeit abzuwägen. Da gibt es auf der einen Seite durchaus negative Auswirkungen, zum Beispiel die durch den Trend zum Homeoffice begünstigte Isolation oder digitalen Stress. Auf der positiven Seite sind aber viele hilfreiche Angebote zu verzeichnen, etwa digitale Chatbots für die mentale Gesundheit oder individuelle, KI-gestützte Ernährungspläne für Beschäftigte mit speziellen gesundheitlichen Anforderungen.

Gibt es gesamtgesellschaftliche Themen, die zunehmend eine Rolle spielen?

Was meine Kolleginnen, Kollegen und ich tatsächlich immer häufiger und unmittelbar mitbekommen, sind die Auswirkungen des Klimawandels sowie Themen der ökologischen Nachhaltigkeit. Ob es um die Arbeit während einer Hitzewelle im Büro oder um das steigende Hautkrebsrisiko bei Outdoor-Workern geht – solche Themen rücken immer mehr in den Fokus.

Welche Rolle spielen Arbeitspausen in der betrieblichen Gesundheitsförderung?

Im Grunde genommen leider keine große. Es gibt aktive Mittagspausen oder ähnliche Angebote, aber die Arbeitspausenkultur in Deutschland ist insgesamt als rückschrittlich zu betrachten. In den Köpfen stecken leider immer noch fest verankerte Sätze wie „Wenn ich jetzt durchziehe, kann ich früher Feierabend machen!“ oder „Wer Pause macht, verliert Zeit!“. Das ist aber völliger Quatsch, man sollte eigentlich mehrere, jeweils kürzere Pausen machen. Aber auch das, was in der Pause gemacht wird, ist entscheidend. Diesen Bereich habe ich im Rahmen meiner Dissertation mit Kolleginnen und Kollegen untersucht, und das hat durchaus Spaß gemacht. Wir haben uns zum Beispiel unterschiedliche Ansätze wie Boxen, Entspannungssysteme mit audiovisueller Stimulation, Power-Napping und weitere Beispiele für innovative Arbeitspausen näher angeschaut.

Und was sind mit Blick auf die Arbeitspausen aktuell die zentralen Erkenntnisse?

Da ist sich die Forschung ausnahmsweise mal einig, egal ob Psychologie, Ergonomie oder Ökonomie. Sämtliche Disziplinen der Arbeitspausenforschung können belegen, dass die vermeintlich „verlorene“ Zeit, die in eine Pause investiert wird, durch eine höhere Produktivität kompensiert wird. Und je nachdem, was ich in der Pause mache, kann ich sogar überkompensieren. Es lohnt sich also, eine Pause einzulegen, wenn man ermüdet ist. Was besonders positiv wirkt, ist auch relativ gut durch Forschungsdaten abgesichert. Das, womit die Pause verbracht wird, sollte komplementär zur vorherigen Tätigkeit sein. Das bedeutet Bewegung bei geistiger Tätigkeit und Entspannung bei körperlicher. All das muss nicht länger als 15 Minuten dauern, um zu wirken.

Das klingt einfach umsetzbar. Aber was sagt der Gesetzgeber zum Thema Arbeitspausen?

Das ist alles nach § 4 Satz 1 im Arbeitszeitgesetz geregelt. Demzufolge muss bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten und bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden eine Ruhepause von mindestens 45 Minuten eingelegt werden. Der Arbeitgeber darf auf diese Pause keinen Einfluss nehmen. Aber spannend wird es, wenn der Arbeitgeber besondere Maßnahmen anbietet und die Beschäftigten diese freiwillig nutzen können. Arbeitgeber können den Beschäftigten zusätzliche Kurzzeitpausen gewähren, die sie nach eigenem Ermessen nehmen dürfen.

Wie lassen sich Arbeitspausen in der Praxis besonders gesundheits- und leistungsförderlich gestalten und wie werden sie möglichst sinnvoll genutzt?

Aus der Forschung und meinen Erfahrungen aus der Praxis hat es sich im Sinne einer positiven Pausenkultur bewährt, wenn sich Arbeitgeber ernsthaft Gedanken machen und optisch ansprechende Pausenräume gestalten. Damit ist nicht nur das Design gemeint, sondern auch die Relaxmöglichkeiten. Das könnte ein Entspannungsbereich mit Massagesystemen als Ruheoase sein, aber ebenso gut ein Ort zum Austoben mit Boxsack oder Kickertisch. Das Konzept sollte auf das jeweilige Unternehmen und die Bedürfnisse der Beschäftigten abgestimmt werden. Dies setzt nicht zuletzt ein Zeichen in Richtung Team: Arbeitgeber zeigen dadurch Wertschätzung, und das macht viel aus.

Verraten Sie uns zum Abschluss, seit wann und warum Sie sich so intensiv mit dem Thema Arbeitspausenforschung auseinandersetzen?

Das war eigentlich ein ganz pragmatischer Ansatz. Ich hatte mir im Studium viele spannende Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung überlegt, die ich gerne in der Praxis untersuchen wollte. Es stellte sich aber als schwierig heraus, mit meinen Proband:innen zeitlich auf einen Nenner zu kommen. Deshalb habe ich die Maßnahmen schließlich vor allem in gemeinsamen Pausenzeiten angeboten. So entstand meine erste eigene Studie, die ich im Rahmen meiner Master-Thesis durchgeführt habe. Ich habe dabei die Säulen Bewegung, Ernährung und Entspannung im Rahmen von Mittagspausen untersucht und erkannt, dass diese Kombination den Beschäftigten wirklich helfen kann. Und Arbeitgeber tun ihren Mitarbeitern damit etwas Gutes. Die erholten Proband:innen zu befragen und währenddessen in ihre glücklichen Gesichter zu blicken, das hat mich dabei sehr motiviert.

Herr Professor Ghadiri, vielen Dank für das Gespräch!

Über Argang Ghadiri
Professor Dr. Argang Ghadiri hat seit September 2023 an der APOLLON Hochschule für Gesundheitswirtschaft eine Professur für Betriebliches Gesundheitsmanagement inne und verantwortet die Bereiche „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, „Psychische Gesundheit bei Erwerbstätigkeiten“ und „Gesunde Führung in Unternehmen“. Des Weiteren gehört er zu den Nachhaltigkeitsbotschafter:innen der Klett Gruppe. Ghadiri studierte Betriebswirtschaftslehre in Sankt Augustin, St. Gallen, Duisburg und Helsinki. Seit 2010 forscht er im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements und lehrt das Fach an verschiedenen Hochschulen. In seiner Promotion zum Dr. rer. oec. untersuchte er die Gesundheit aus psychologischer, neurowissenschaftlicher und ökonomischer Sicht. Seine Facharbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet sowie durch nationale und internationale Stipendien gefördert. Seit 2015 führt er Unternehmensaudits zu Gesundheitsmanagementsystemen durch.

Das Interview erschien in unserer Fachzeitschrift:


Betriebliche Prävention

Redaktionsbeirat: Dr. Michael Au, Prof. Dr. Gudrun Faller, Prof. Dr.-Ing. Anke Kahl
Redaktion: Florian Gräfe

Programmbereich: Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz in sich verändernden Berufswelten gestalten – die Betriebliche Prävention zeigt Ihnen, wie es geht: Angesehene Spezialisten berichten jeden Monat neu zu fachlichen und rechtlichen Entwicklungen aus Prävention, Organisation und Unfallversicherung. Erfahren Sie das Wichtigste zu den Aktivitäten maßgeblicher Institutionen, zu Veranstaltungen, Literatur und allen weiteren Ereignissen, die Ihr Berufsfeld so vielseitig machen.

Betriebliche Prävention und Organisation

Die „Betriebliche Prävention“ beleuchtet aus unterschiedlichen Branchen und Perspektiven u. a., wie Sie

  • Gefährdungen aller Arbeitsabläufe zuverlässig beurteilen, kommunizieren und dokumentieren,
  • Ergonomie von Arbeitsplätzen, -mitteln und -umgebungen organisieren, um Unfällen und Berufskrankheiten vorzubeugen,
  • Maßnahmen geeigneter Gesundheitsförderung von Mitarbeitern alters- und alternsgerecht entwickeln,
  • Mitarbeiter wiedereingliedern, die länger erkrankt waren u. v. m.

Unfallversicherung und Recht

  • Rechtliche Entwicklungen, von neuen Regelungen und Initiativen zu relevanter Rechtsprechung,
  • Versicherungs- und Haftungsfragen bei Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen.

Testen Sie Betriebliche Prävention doch einmal kostenlos und unverbindlich!


ESV-Akademie 15.04.2026
Aktuelle Veranstaltungen der ESV-Akademie - Betriebssicherheit
22.04.2026 | Psychische Belastungen in der Arbeitswelt | online 16.09.2026 | Suchtverhalten im Arbeitskontext | online 13.10.2026 | Aktuelle Entwicklungen im Abfallrecht | online 19.11.2026 | BGM als Teil eines ganzheitlichen Arbeitsschutzes | online 03.12.2026 | Pflichtendelegation: Übertragung von Sicherheitsverantwortung | online mehr …
  • Kontakt
  • |
  • Impressum
  • |
  • Datenschutz
  • |
  • Cookie-Einstellung
  • |
  • AGB
  • |
  • Hilfe

Die Nutzung für das Text und Data Mining ist ausschließlich dem Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG vorbehalten. Der Verlag untersagt eine Vervielfältigung gemäß §44b UrhG ausdrücklich.
The use for text and data mining is reserved exclusively for Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG. The publisher expressly prohibits reproduction in accordance with Section 44b of the Copy Right Act.

© 2016 Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG, Genthiner Straße 30 G, 10785 Berlin
Telefon: +49 30 25 00 85-0, Telefax: +49 30 25 00 85-305 E- Mail: ESV@ESVmedien.de
ESV.info        IFA-Arbeitsmappe        IFA-Handbuch        UMWELTdigital

Wir verwenden Cookies.

Um Ihnen ein optimales Webseitenerlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Mit dem Klick auf „Alle akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von allen Cookies zu. Für detaillierte Informationen über die Nutzung und Verwaltung von Cookies klicken Sie bitte auf „Anpassen“. Mit dem Klick auf „Cookies ablehnen“ untersagen Sie die Verwendung von zustimmungspflichtigen Cookies. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einstellungen jederzeit individuell anzupassen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Anpassen Cookies ablehnen Alle akzeptieren

Cookie-Einstellungen individuell konfigurieren

Bitte wählen Sie aus folgenden Optionen:




zurück