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Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz  
08.06.2026

Mitarbeitende bestmöglich vor Gewalt schützen

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/TÜV
Eine Gewalterfahrung am Arbeitsplatz kann dazu führen, dass Betroffene unter Angst und Stress leiden. (Foto: TungArt7/Pixabay)
Ein wesentlicher Aspekt für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ist der Schutz vor psychischer und körperlicher Gewalt. Doch nicht nur Rettungskräfte oder Mitarbeitende der Polizei sind am Arbeitsplatz immer öfter Gewalt ausgesetzt. Auch in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen oder in der öffentlichen Verwaltung, im Handel und in Schulen sind Beschäftigte mit Beleidigungen und Übergriffen konfrontiert. In einigen Branchen kommt das Risiko von Überfällen hinzu.

Eine Gewalterfahrung am Arbeitsplatz kann dazu führen, dass Betroffene unter Angst und Stress leiden. Häufige Folgen: Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, Krankschreibungen und im schlimmsten Fall die Aufgabe des Berufs. Dies kann dazu führen, dass Unternehmen, Behörden und Organisationen dringend benötigte Fachkräfte nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Aufgabe des Arbeitgebers ist es, die Mitarbeitenden bestmöglich vor Gewalt zu schützen. Welche Rolle systematische Gefährdungsbeurteilungen und ein Maßnahmenmix aus technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen spielen können, zeigt das Whitepaper von TÜV Rheinland „Gewalt bei der Arbeit: Gefährdungen erkennen und Mitarbeitende schützen“.

Erster Schritt: Gefährdungen beurteilen

Welche Formen von Gewalt auftreten können, hängt von der Branche und den Gegebenheiten im Unternehmen ab. Daher ist es wichtig, diese Gefährdungen im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Aus den Ergebnissen leiten sich die für das Unternehmen passenden Maßnahmen ab. Generell gilt auch bei der Gewaltprävention das TOP-Prinzip – technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen.

Gewalt mit smarter Raumgestaltung ausbremsen

Technische Maßnahmen sind zum Beispiel Trennwände an den Kassen im Einzelhandel, wie sie in der Coronazeit üblich waren, und Sicherheitsvorkehrungen an Türen. Auch Notfallknöpfe in Besprechungsräumen und Büros tragen zu mehr Sicherheit bei. Darüber hinaus kann schon die durchdachte Gestaltung des Büros Gewalt gegen Mitarbeitende verhindern: Sind Tische und Stühle in einem Beratungsraum so platziert, dass die Beschäftigten die Tür erreichen können, ohne am Kunden vorbeigehen zu müssen, schafft dies einen sicheren Fluchtweg. Zudem sollten Arbeitsmittel wie Schere oder Locher, die als Waffen dienen können, nicht auf dem Schreibtisch, sondern in Schubladen aufbewahrt werden.

Deeskalationstraining schafft Sicherheit

Vor allem in Berufen mit viel Kontakt zu Menschen sind Schulungen zum Umgang mit Gewalt wichtig. Deeskalationstrainings können Mitarbeitende darin unterstützen, in angespannten Situationen klare Grenzen zu setzen und ein verbales „Nein“ durch gezielte Körpersprache zu unterstützen. Aber auch Schulungen zur interkulturellen Kompetenz können helfen, Missverständnisse und daraus resultierende Gewalt zu vermeiden.

Sicherheit ist eine Frage der Unternehmenskultur

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Gefährdungen durch Gewalt am Arbeitsplatz reduziert werden können, ist, dass alle Vorfälle durch die Mitarbeitenden gemeldet werden. Das passiert oftmals nicht, da Führungskräfte davon abraten oder Betroffene befürchten, dass ihre beruflichen Fähigkeiten angezweifelt werden. Dabei kann eine Meldung auch Kollegen und Kolleginnen schützen, beispielsweise wenn Kunden in Ämtern und Behörden Kontakt mit wechselnden Beratern und Beraterinnen haben. Daher ist es wichtig, dass sowohl die Unternehmensleitung als auch alle Führungskräfte für das Thema Gewalt am Arbeitsplatz sensibilisiert sind und die Beschäftigten ermutigen, durch eine Meldung zu einer Verbesserung der Sicherheit beizutragen.

Quelle: Pressemitteilung TÜV

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