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Psychische und physische Belastungen  
12.01.2026

Hohe Belastungen bei Erzieherinnen und Erziehern

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/BAuA
Physische Belastungen entstehen vor allem durch Lärm, langes Stehen und den Umgang mit Infektionserregern. (Foto: Engin_Akyurt/Pixabay)
Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland sind hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Dies zeigen Auswertungen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

So müssen Erzieherinnen und Erzieher häufig verschiedene Aufgaben gleichzeitig erledigen. Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) berichtet von einer mengenmäßigen Überforderung. Weitere Ergebnisse hat die BAuA in einem Faktenblatt zusammengefasst.

Erzieherinnen und Erzieher werden häufig mit emotional belastenden Situationen konfrontiert. Im Vergleich zu anderen Beschäftigten werden andere psychische Arbeitsbelastungsfaktoren, wie starker Termin- oder Leistungsdruck oder eine geringe Aufgabenvielfalt, von Erzieherinnen und Erziehern weniger häufig genannt. Hinsichtlich physischer Arbeitsanforderungen liegen Belastungsschwerpunkte unter anderem im Arbeiten unter Lärm und im Stehen, im Umgang mit Infektionserregern und unter störenden Geräuschen.

Trotz dieser Belastungen empfinden Erzieherinnen und Erzieher ihre Tätigkeit als wichtig. Und auch das Gemeinschaftsgefühl ist bei ihnen deutlich ausgeprägter als bei anderen Beschäftigten (91 Prozent gegenüber 79 Prozent). Im Vergleich zu anderen Beschäftigten haben Erzieherinnen und Erzieher jedoch weniger Einfluss auf die Planung und Einteilung ihrer Arbeit. Auch die Unterstützung und Anerkennung von Vorgesetzten wird seltener erlebt.

Die hohen Belastungen spiegeln sich auch im Gesundheitszustand wider: 18 Prozent bewerten ihren eigenen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht, im Vergleich zu 15 Prozent bei anderen Beschäftigten. Das Präsentismus-Verhalten, also das Arbeiten trotz Krankheit, ist unter Erzieherinnen und Erziehern zudem weit verbreiteter als bei anderen Beschäftigten. Sie geben an, im Schnitt 16 Tage krank zur Arbeit zu gehen, während es bei anderen Beschäftigten 12 Tage sind.

Das Faktenblatt „Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland: hohe Arbeitsanforderungen und häufig krank“ kann als PDF von der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/publikationen heruntergeladen werden.

Über die BAuA
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden arbeiten rund 750 Beschäftigte.

Quelle: Pressemitteilung BAuA

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Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit vermeiden

Herausgegeben von: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Programmbereich: Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Arbeitgeber sind arbeitsschutzgesetzlich dazu verpflichtet, Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben und die Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst geringgehalten wird. Dabei ist auch die Gefährdung durch psychische Belastungen bei der Arbeit zu berücksichtigen.

Doch wann ist von einer Gefährdung durch psychische Belastungen bei der Arbeit auszugehen? Wie sollte und kann Arbeit gestaltet sein, um diese Gefährdungen möglichst zu vermeiden? Welche Gestaltungsherausforderungen stellen sich und was sind wichtige Erfolgsfaktoren für einen gelingenden Gestaltungsprozess? Der vorliegende Band vermittelt Ihnen fachlich fundiertes Wissen über

  • Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit sowie über Gestaltungsanforderungen und -optionen zur Gefährdungsvermeidung,
  • Anforderungen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung einschlägiger Arbeitsschutzvorschriften und -regeln,
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In der Nachfolge des viel beachteten Bandes „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung – Erfahrungen und Empfehlungen“ richtet sich das Buch an Expertinnen und Experten für Arbeitsschutz im Betrieb und in Beratungsfunktionen sowie an Dienstleistende im Themenfeld.



Broschüre veröffentlicht 30.10.2025
Psychische Belastung in der Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz: Chancen erkennen und nutzen
Die Arbeitswelt befindet sich mit zunehmender Geschwindigkeit im permanenten Wandel und psychische Belastungsfaktoren zählen dabei längst zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Digitalisierung und flexibilisierte Arbeitsstrukturen führen zu Arbeitsverdichtung und Informationsflut, um nur einige Beispiele zu nennen. mehr …
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