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Online-Umfrage  
03.09.2026

GB Psych: Akten-Monster oder wirkungsvolles Strategie-Tool?

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/Andreas Müller
Andreas Müller will zeigen, wie die GB Psych als strategisches Instrument für bessere Arbeitsbedingungen und eine stärkere Mitarbeiterbindung genutzt werden kann. (Foto: Dominik Pfau)
Viele kleine und mittlere Unternehmen tun sich noch immer schwer mit der Umsetzung der sogenannten GB Psych. Eine aktuelle Befragung will die Ursachen für diese Umsetzungslücke aufdecken und zeigen, wie die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllt, sondern auch als strategisches Instrument für bessere Arbeitsbedingungen und eine stärkere Mitarbeiterbindung genutzt werden kann.

Wir möchten herausfinden, wieso die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (GB Psych), vor allem in kleineren Unternehmen, scheitert oder gar nicht erst umgesetzt wird, und Handlungsempfehlungen ableiten.

Die Umsetzungslücke

2013 wurden die „psychischen Belastungen bei der Arbeit“ im § 5 Arbeitsschutzgesetz der Beurteilung der Arbeitsbedingungen hinzugefügt. Die kürzlich erschienene BAuA-Betriebsbefragung (Beck et al. 2026) zeigt, dass von 3.094 befragten KMU 1.595 über eine Betreuung durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit verfügen, die abgefragten psychischen Faktoren aber in jeweils unter 700 Unternehmen Bestandteil der GBU sind. Die Umsetzung der GB Psych bedingt eine andere Vorgehensweise als die übliche Checkliste.

Warum kleine Betriebe anders sind

Die BAuA-Studie zeigt im Vergleich mit anderen Studien (GDA Arbeitsprogramm Psyche, 2022) auch auf, dass die Umsetzungslücke der GBU im Allgemeinen und der GB Psych im Speziellen bei KMU mit weniger als 250 Mitarbeitenden größer ist als in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden. Aufgrund der immer noch großen Spanne in der Beschäftigtenzahl sind die Gründe unterschiedlicher Natur: Vom Anonymitätsdilemma bei kleineren Teams und Arbeitsgruppen über fehlende Zeit- und Wissensressourcen (z. B. im Unternehmermodell) bis hin zu branchenstrukturellen Herausforderungen (z. B. sprachliche Barrieren oder saisonale Arbeit) sind die Herausforderungen in der Umsetzung vielfältig und teilweise nachvollziehbar.

Das Vorhaben: Ermittlung des Unterstützungsbedarfs

Die GB Psych kann mehr leisten als eine reine Beurteilung der Gefährdung. Sie deckt vor allem strategisch wichtige Handlungsfelder auf, die dem Unternehmen in Sachen Bindung der Mitarbeitenden und Qualität der Arbeit Verbesserungspotenziale aufzeigen. Die Befragung soll die wiederkehrenden Hindernisse in der Praxis-Umsetzung aufzeigen, um so konkrete Unterstützung über die Verbände (z. B. VDSI & GfA), aber auch die BGen auflegen zu können.

Die Befragung schließt an eine wissenschaftliche Untersuchung im Rahmen der Masterarbeit des Autors zur Ermittlung der Umsetzbarkeit der GB Psych in Abhängigkeit der Branche an.

Teilnahme und Rahmenbedingung

Die Befragung findet anonym über eine Online-Umfrage via Office Forms statt. Es werden ausschließlich Antworten erhoben, die keinen Rückschluss auf das Unternehmen oder die Teilnehmenden zulassen. Das Ergebnis der Befragung wird – in Abhängigkeit von der Anzahl der Antworten – in einem späteren Beitrag publiziert, sodass auch keine weiterführende Datenerhebung zum späteren Versand erforderlich ist.

Gefragt sind vor allem Geschäftsführende sowie betreuende Arbeitsschutzakteure mit Einblick in die Unternehmen. Sollte das nicht auf Sie zutreffen, leiten Sie die Befragung gerne an die zuständige Person weiter.

Link zur Befragung: Online-Umfrage

Über den Autor
Ich bin Andreas Müller, Sicherheitsingenieur der Zeitmagnet GmbH mit dem Schwerpunkt mentale Gesundheit. Im Rahmen meines Master-Studiums im nachhaltigen Personalmanagement ist die konkretere Auseinandersetzung mit den strukturellen Herausforderungen in der Umsetzung in den Vordergrund gerückt, welche ich wissenschaftlich ergründen möchte, um daraus strukturelle Handlungsansätze über Fachbeiträge sowie die Verbände zur Verfügung zu stellen. Weitere Auskünfte zur Befragung gebe ich Ihnen gerne per Mail unter info@zeitmagnet.de. Website: www.zeitmagnet.de

Autor: Andreas Müller
Quellen:
  • Beck, David; Zimmer, Annegret; Lück, Marcel; Koßmann, Joanna; Schütz, Holger (2026) Aktive Gefährdungsvermeidung bei psychischer Belastung in KMU – eine repräsentative Betriebsbefragung. Projektabschlussbericht (F 2473). 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. baua: Bericht.
  • GDA ARBEITSPROGRAMM PSYCHE (2022) Berücksichtigung psychischer Belastung in der Gefährdungsbeurteilung. Empfehlungen zur Umsetzung in der betrieblichen Praxis. 4. Auflage. Stand: 15. Juni 2022 (4., vollständig überarbeitete Auflage). Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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