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PSA  
27.08.2026

Worauf es bei Schutzhandschuhen ankommt

ESV-Redaktion Betriebssicherheit/VTH
Die Materialeigenschaften des Handschuhs sind primär ausschlaggebend für die Erfüllung der gesetzlichen Schutzanforderungen. (Foto: webandi/Pixabay)
Der Einsatz der richtigen Arbeits- bzw. Schutzhandschuhe kann Unfälle und Verletzungen im Betrieb deutlich reduzieren. Wie aber stellen Arbeitgeber und Unternehmen sicher, dass sie die für die spezifischen Anforderungen im Betrieb passenden Handschuhe bekommen?

Gesetzlicher Ausgangspunkt ist die Gefährdungsbeurteilung, bei der alle potenziellen Risiken am Arbeitsplatz systematisch erfasst werden müssen. Auf dieser Basis erhalten Unternehmen beim Technischen Handel Unterstützung bei der Auswahl des optimalen Produkts und können darüber hinaus sicher sein, dass durch die Produktauswahl alle rechtlichen Vorgaben erfüllt werden. 

Anforderungen der DIN EN ISO 21420

Was aber sind die wichtigsten rechtlichen Anforderungen? Grundlegend ist hierfür die PSA-Verordnung (EU) 2016/425. Die konkreten technischen Kriterien zur Erfüllung dieser Verordnung regelt wiederum die Europäische Norm DIN EN ISO 21420 „Schutzhandschuhe – Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren“ (ehemals EN 420). Sie definiert die allgemeinen Anforderungen an Schutzhandschuhe, beispielsweise die Unbedenklichkeit der Materialien, ergonomische Eigenschaften und Kennzeichnung. Zusätzlich gelten – je nach Einsatzzweck – weitere produktspezifische Normen, beispielsweise DIN EN 388 gegen mechanische Risiken, DIN EN ISO 374 für Chemikalienschutz, DIN EN 407 für Hitzeschutz oder DIN EN 12477 für Schweißerhandschuhe.

Entscheidende Schutzeigenschaften

Die Materialeigenschaften des Handschuhs sind primär ausschlaggebend für die Erfüllung der gesetzlichen Schutzanforderungen. Bei der Materialauswahl müssen unter anderem die gute Passform, die Griffigkeit, der Tragekomfort oder die Beständigkeit gegen zum Beispiel Kälte, Hitze, Abrieb sowie andere physikalische und chemische Belastungen beachtet werden. Weitere Anforderungen kommen hinzu: Sollen Beschäftigte beispielsweise Touch-Displays bedienen, müssen die Handschuhe sogenannte kapazitive Eigenschaften aufweisen, sie müssen also ausreichend leitfähig sein.

Testen der Schutzfähigkeit

Die Hersteller von Arbeitsschutzhandschuhen unterziehen ihre Produkte gründlichen Tests, um deren Qualität sicherzustellen. Hierzu zählt häufig der „Griptest“ (deutsch: Griffkrafttest), mit dem die Griffigkeit von Handschuhen getestet wird. Warum ist die Griffigkeit wichtig? Wenn beispielsweise in einem Labor gefährliche Chemikalien oder infektiöse Proben transportiert werden, kann die gute Griffigkeit eines Laborschutzhandschuhs ein versehentliches Herabfallen und die damit verbundene Kontamination oder Verletzung verhindern.

Weiterhin ist die sogenannte Abriebprüfung essenziell, welche die Widerstandsfähigkeit von Materialien gegenüber Verschleiß und mechanischer Beanspruchung misst. Denn mechanischer Verschleiß zerstört die Barrierewirkung des Materials. Reibung an rauen Oberflächen erzeugt Mikrorisse oder Löcher, die zu einer Kontaminationsgefahr durch gefährliche Chemikalien oder Infektionserreger führen können. Die Testung der Chemikalienpermeation ist auch ohne sichtbare Beschädigungen unerlässlich, da Handschuhe auf molekularer Ebene von Gefahrstoffen durchdrungen werden können, ohne dass dabei Löcher entstehen oder das Material äußerlich sichtbar beschädigt wird.

Was sollte gute Schutzhandschuhe ausmachen?

Zwei Beispiele:

1. Montagehandschuhe

Montagehandschuhe sind vorrangig zum Schutz gegen mechanische Gefahren bestimmt und müssen gemäß dem Standard DIN EN 388 unter anderem auf Abrieb-, Schnitt- und Weiterreißfestigkeit sowie auf Durchstichfestigkeit geprüft sein. Die einzelnen Prüfkriterien werden nach definierten Leistungsstufen bewertet. Höhere Leistungsstufen bedeuten grundsätzlich eine höhere Schutzwirkung im jeweiligen Prüfverfahren. Top-Produkte sind zum Beispiel mit einer griffigen Nitril-/PU-Beschichtung versehen, perfekt also auch für Montagearbeiten mit glatten Gegenständen. Wenn das Trägermaterial nahtlos gestrickt ist, bildet es zudem keine belastenden Druckstellen an den Fingerkuppen.

2. Chemikalienschutzhandschuhe

Ein Chemikalienschutzhandschuh schützt vor gesundheitsgefährdenden Chemikalien und Mikroorganismen. Chemikalienschutzhandschuhe werden nach DIN EN ISO 374 klassifiziert. Je nach Schutzklasse (Typ A, B oder C) müssen sie gegenüber einer unterschiedlichen Anzahl genormter Prüfchemikalien definierte Permeationszeiten erreichen. Level 2 bedeutet, dass das Handschuhmaterial der jeweiligen Chemikalie mindestens 30 Minuten standhält, bis es auf molekularer Ebene durchdrungen wird und ein Hautkontakt stattfindet. Die Schutzwirkung gegenüber Mikroorganismen wird gesondert geprüft und gekennzeichnet.

Über den VTH
Der VTH Verband Technischer Handel e.V. ist seit 1904 der Fach- und Berufsverband von heute rund 230 Großhändlern für industriellen und technischen Bedarf im deutschsprachigen Raum. Mit ihren insgesamt über 400 Verkaufsstützpunkten versorgen die Mitgliedsunternehmen die Industrie, das Handwerk und das Gewerbe mit technischen Produkten und persönlichen Schutzausrüstungen sowie vielfältigen Dienstleistungen.

Quelle: Pressemitteilung VTH

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